Wie stellst Du Dir die Wirkung von Drogen vor?
Alle Drogen wirken prinzipiell ähnlich. Sie bewirken Veränderungen des Bewusstseins, des Erlebens (Wahrnehmung) und des Befindens. Diese relativ schnell einsetzenden Wirkungen, in besonders starker Form auch “Kick” genannt, werden als angenehm empfunden und sind das sogenannte “Konsumziel”, d.h., sie lassen ein Verlangen entstehen:
Die psychische oder seelische Abhängigkeit setzt ein.
Entsprechend der jeweiligen Droge hebt sich die Stimmung, man redet mehr und hemmungsloser, auch mit Personen, an die man sich ansonsten nicht so recht “herantraut”, fühlt sich entrückt vom Alltag und seinen Problemen (Euphorie, “High-sein”), nimmt die Umwelt anders wahr (z.B. verändertes Raum- und Zeitgefühl, Farbsehen). Der natürlich instinktive Abstand zu Fremden schrumpft, sexuelle Kontakte und Beziehungen, die man eigentlich nicht wollte, kommen zustande. Dieser als angenehm empfundenen Sofortwirkung folgt meist ein Zustand der Gleichgültigkeit.
Einige Drogen (z.B. Heroin) werden bei längerem und kontinuierlichem Konsum in den Stoffwechsel im Organismus (auf Ebene der Zellen) integriert, der Körper gewöhnt sich daran und braucht die Droge zum nun andersartigen “normalen” Funktionieren.
Die physische oder körperliche Abhängigkeit, die eigentlich verheerendste Drogenwirkung, hat sich eingestellt.
Der Körper reagiert bei Entzug bzw. Nichtvorhandensein der Droge(n) mit äußerst unangenehm empfundenen Fehlreaktionen und entwickelt das körperliche Verlangen nach der Droge, den “Drogenhunger” (Craving). Die schönen Gefühle treten nicht mehr auf, die Droge mindert nur noch die unangenehmen Empfindungen!
Andererseits können aber sowohl bei normaler als auch bei Überdosierung und auch schon nach kurzer mehrmaliger Aufnahme bestimmter Drogen solche Störungen im Gehirn und auch im Stoffwechsel auftreten, die sehr unangenehme und z.T. gefährliche Reaktionen, wie schreckliche Träume (“bad- oder Horror-Trips”), Gedächtnis und Denkstörungen, Verwirrtheits-, Angst- und Panikzustände, Verfolgungswahn und Kurzschlusshandlungen (gewalttätiges Handeln gegen sich und andere) auslösen. Bewusstlosigkeit und Atemlähmung, Kreislaufkollaps und plötzlicher Herzstillstand sind, abhängig von der Art der Droge, der aufgenommenen Menge und der körperlichen Verfassung des/der Konsumenten/in nicht auszuschließen.
Bei Haschisch gibt es Besonderheiten: “Hasch” kann je nach Sorte und Herkunft eine unterschiedliche Wirkungsqualität entfalten. Da dies vorher im Allgemeinen nicht bekannt ist, kann es zu unerwartet heftigen Reaktionen, den oben schon genannten “Horror”- oder “bad trips” kommen. Außerdem wird “Hasch” (der rauscherzeugende Wirkstoff Tetrahydrocannabinol /THC/) im Fettgewebe gespeichert und kann von dort bei Aufregung/Stress, starker körperlicher Anstrengung und geeigneten Milieufaktoren (richtiges “set” und “setting”) plötzlich freigesetzt werden. Hierdurch kommt es zu völlig unerwarteten Rauschzuständen auch nach längerer drogenfreier Zeit (“flash back”, “Echorausch”).
Dies ist eine der Ursachen für oft unerklärliche Verkehrs- oder Arbeitsunfälle Jugendlicher.
Ähnliches gilt übrigens auch für LSD, verstärkt durch sogenannte “Omnipotenzgefühle”, also dem vorgegaukeltem Glauben, alles zu können, z.B. Fliegen vom Dach, Autos mit der Hand aufzuhalten u.a.
Alle Drogen bewirken bei regelmäßiger Aufnahme Schäden im Gehirn und anderen Organen sowie eine erhöhte Erkrankungsbereitschaft,
besonders, wenn man sich aus Abstumpfung nicht mehr normal ernährt. Regelmäßiger Drogenkonsum von früher Jugend an (der Zeitpunkt des Erstkonsums liegt heute schon bei 12-13 Jahren, z.T. auch noch darunter!) kann zum frühen Tod führen, entweder durch eine Überdosierung oder, weitaus häufiger, durch Folgekrankheiten (Leber, Herz, Nieren, schwere Infektionen bzw. Pilzerkrankungen). Ganz besonders ist auf Ecstasy-Drogen zu verweisen, die dauerhaft Nervenzellen schädigen und bei ungünstigen Voraussetzungen schnell zum Hitzschlag, Herzstillstand und sogar Leber- und Nierenversagen führen können.
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