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Unter Medikamenten versteht man natürliche oder synthetische Substanzen, mit denen man die Funktionen, den Zustand, die Beschaffenheit des menschlichen Körpers oder die seelischen Zustände im heilenden Sinne beeinflussen kann. Die Vielzahl der Medikamente macht eine, vollständige Auflistung und Bewertung unmöglich. An drei Gruppen wollen wir das Suchtpotential von Medikamenten verdeutlichen.

1. Schlafmittel

Bezeichnung: z. B. Vesparax, Luminal, Valocordin, Nervolitan

Wirkung: Die Wirkung ist zwischen den einzelnen Derivaten unterschiedlich. Zunächst tritt eine beruhigende, dämpfende, euphorisierende Wirkung ein, die z.T. spannungs- und angstlösend sein kann. Es können in halbwachem Zustand Gleichgewichts- und Sprachstörungen auftreten. Bei höheren Dosen führen sie zum Schlaf, bei sehr hohen Dosen zur Narkose oder Tod.

Gefahren: Durch verlängerte Reaktionszeiten und Koordinationsstörungen ist die Unfallgefahr sehr hoch. Bei gleichzeitigem Konsum von Alkohol oder weiteren Medikamenten besteht eine große Gefährdung der Überdosierung, daher Vergiftung (Bewusstlosigkeit, Atemhemmung, Kreislaufversagen).

Langzeitfolgen können sein: Interessenlosigkeit, nachlassendes Konzentrations- und Reaktionsvermögen, Depressionen, Wahnvorstellungen. Schlaf mittel machen schwer seelisch abhängig. Bei einigen Schlafmitteln auch körperliche Abhängigkeit. Die letale Dosis ist von Präparat zu Präparat unterschiedlich.

2. Schmerzmittel

Bezeichnung: Darunter fallen die freiverkäuflichen Medikamente wie Aspirin und Paracetamol, aber auch die Gruppe der Opioide wie z. B Morphium

Wirkung: Schmerzmittel lindern körperliche Schmerzen, sind anregend und erzeugen so ein angenehmes Körpergefühl. Es können je nach Dosis Koordinationsstörungen und Bewusstseinstrübung auftreten, dadurch besteht eine hohe Unfallgefahr.

Gefahren: Die Langzeitfolgen eines Schmerzmittelmissbrauchs liegen in einer schweren seelischen Abhängigkeit mit Abstumpfung. Die Gefahr einer Nierenschädigung ist gegeben.

3. Beruhigungsmittel

Bezeichnung: Valium, Librium, Lexotanil, Rohybnol

Wirkung: Durch ihre dämpfende Wirkung auf das Zentralnervensystem wirken B. sowohl angstlösend, entspannend (gegen Alltagsstress) wie auch euphorisierend. Bei höheren Dosen finden sie auch als Schlafmittel ihre Anwendung.

Gefahren: Verminderte Bewegungskontrolle, Gleichgewichtsstörungen führen zu überhöhter Unfallgefahr. Eine rasche schwere seelische Abhängigkeit ist möglich. Unter höheren Dosen wurden Aggressivität und Realitätsverlust beobachtet.

4. Sonstige

Weitere suchterzeugende Medikamente finden sich unter den Gruppen: Appetitzügler, Doping-Mittel, Aufputschmittel, Neuroleptika etc.