Initiative gegen Koma Saufen Don't drink too much - Stay Gold Saufen, bis der Arzt kommt: Immer mehr Kinder und Jugendliche landen nach exzessivem Alkoholmissbrauch im Krankenhaus. Die Diagnose lautet "akute Alkoholvergiftung". Aktuellen Zahlen zufolge gab es im Jahr 2000 rund 9.500 Betroffene im Alter zwischen zehn und 19 Jahren. Sieben Jahre später waren es schon 23.165 Fälle. Im Vergleich zu 2006 hat die Zahl um 20 Prozent zugenommen (19.500 Einlieferungen). Nicht nur Gesundheitsschädigungen, sondern auch die unter Alkoholeinfluss begangenen Gewalttaten sind gravierend. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik wurde im Jahr 2007 nahezu jede dritte Gewalttat unter Alkoholeinfluss begangen. Bei mehr als 60 Prozent der Widerstandsdelikte standen die Tatverdächtigen unter Alkoholeinfluss (16.669 von 26.436 Fällen). Mit der Kampagne "Don't drink too much - Stay Gold" will die Polizei auf die Schattenseiten exzessiven Alkoholkonsums hinweisen. Das Motto fordert junge Menschen im Alter zwischen 17 und 19 Jahren in einer jugendnahen Sprache dazu auf, sich selbst treu zu bleiben. Die einprägsamen Motive der Kampagne führen jungen Menschen vor Augen, dass übermäßiges Trinken alles andere als "cool" ist. Mit diesen Motiven warnt die Polizei und ihre Partner in Anzeigen, auf Plakaten und Kampagnen-Bierdeckeln sowie in Aktionsspots auf der Homepage http://www.staygold.eu Heranwachsende vor den Folgen des Komasaufens. Für die Kampagne konnten prominente Botschafter gewonnen werden, die den jungen Menschen aus ihrer Sicht in kurzen Internet-Spots deutlich machen, welch negative Folgen übermäßiger Alkoholgenuss hat. Zusätzlich geben sie ihren persönlichen "Stay Gold"-Tipp ab. Unter ihnen sind die Olympiasiegerin Lena Schöneborn oder der Fußballer Per Mertesacker, der sagt: "Ihr seid alle nur für Euch selbst verantwortlich." Seit kurzem haben sich auch der Deutsche Meister und Weltmeister in BMX, Alex Reinke ("Finde Deine Stärken und Fähigkeiten, denn sie können Dir alles geben. Komasaufen nimmt Dir alles"), sowie der Skateboard-Profi Wilko Grüning dazugesellt. Die Kampagne richtet sich zudem an Gewerbetreibende, Festveranstalter, Einzelhandel und Gastronomie. Sie sollen für das Thema Jugendschutz sensibilisiert werden. Die Polizei hat speziell für sie ein interaktives Trainingsmodul entwickelt, das über aktuelle Regelungen zur Abgabe von Alkohol und entsprechende Sanktionen informiert. Zusätzlich erhalten Festveranstalter in einem zweiseitigen Merkblatt in Form einer Checkliste einen schnellen Überblick zu den wichtigsten Punkten, die es zur Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen zu beachten gilt.
|