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Alcopos sind in Mode |
Diese Mixgetränke kommen poppig daher und bieten den Kick durch Alkohol.
Die handlichen Fläschchen lassen sich leicht am Kiosk, Tankstelle oder im Supermarkt besorgen, auch wenn die Käufer noch zu jung sind. Mixgetränke, die Wein oder Bier enthalten, dürfen nur 16-Jährige und Ältere kaufen, wenn Schnaps drin ist liegt die Grenze bei 18 Jahren.
"Die gesetzlich vorgeschriebenen Altersgrenzen werden oft nicht beachtet".
Die Mixgetränke haben das Bier bei den Jugendlichen von Platz eins der Beliebtheit verdrängt.
Der Absatz der Alcopops sei zwischen Mai 2001 und April 2002 um 325 Prozent gestiegen, berichtet die Drogenbeauftragte der Bundesregierung:
Jeder zweite Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren so eine Studie 'Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung', greift einmal im Monat zu Alcopops.
Schuld daran ist die "aggressive Vermarktung" der Produkte, die bei vielen Veranstaltungen ausgeschenkt werden. Denn mit dem Angebot eines Getränks für Jugendliche gelinge es, das Jugendschutzgesetz zu unterlaufen:
Lehrern, Eltern und Schülern ist häufig gar nicht bewusst, dass diese Alcopops nicht in die Kategorie von Bier und Wein fallen, also nicht ab 16 Jahren verkauft werden dürfen: "Alcopops schmecken zwar süß, sind aber Branntweinhaltig".
Auf diese Weise gebe es auf keiner Seite ein Schuldbewusstsein - weder bei Eltern, noch bei Lehrern und Schülern.
Alcopops tragen nach Ansicht der Drogenfachleute dazu bei, dass der Einstieg in den Alkoholkonsum, "jünger und heftiger" wird. Weil sie bei Kindern und Jugendlichen ein neuen Trend zum "Koma-Trinken" feststellen. Nach einer Studie des Bundesgesundheitsministeriums, ist die Zahl der Zehn- bis 17-Jährigen, die mit Alkoholvergiftungen ins Krankenhaus kamen, zwischen 2000 und 2002 um 26 Prozent gestiegen. Das "Trinken bis zum Umfallen" ist kein männliches Phänomen. Im Jahr 2002 waren etwa die Hälfte der 452 eingelieferten Patienten Mädchen.
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Alcopos sind an der Kasse kein Problem |
Die Art des Alkohols ist auf dem Etikett oft nicht deutlich genug gekennzeichnet. Für das Personal an der Kasse sei die Altersbeschränkung daher, nicht genau zu erkennen.
"Es gibt strenge Gesetze, das Problem ist, dass diese nicht angewendet werden"
Die Strafbehörden müssten sich stärker darauf konzentrieren, Verstöße beim Verkauf von Alcopops an jugendliche zu ahnden, der Bußgeldrahmen sollte voll ausgeschöpft werden. Derzeit bleibt es zu oft bei Verwarnungen.
Deutlich lesbare Kennzeichnungen auf den Flaschen sollen künftig außerdem darauf hinweisen, dass das Getränk nur an Volljährige ausgegeben werden darf.
"Der Warnhinweis soll helfen, das Risiko richtig einzuschätzen", das hilft den Händlern, bei über 2000 Mixgetränken schneller zu unterscheiden".
Die Kennzeichnung muss jedoch möglichst neutral sein, fordern Vertreter der Industrie, denn eine "Warnung" könnte sich schon wieder kontraproduktiv auswirken. "Das erhöht den Reiz des Verbotenen bei den Jugendlichen".
Einige Hersteller von Alcopops, weisen bereits auf ihren Flaschen auf die Altersgrenzen hin.
Alcopops – wie setzten sie sich zusammen?
Rum mit Cola etwa ist seit Jahrzehnten bekannt und in der Berliner Weiße vereint sich Bier mit Sirup. Neu ist jedoch, dass die Getränke bereits fertig gemixt auf den Markt kommen (Premix).
Der Alkoholgehalt kann bis über zehn Prozent betragen, meist liegt er bei fünf bis sechs Prozent.
Damit enthält eine Premix - Flasche (0,275 Liter) rund zwölf Gramm reinen Alkohols. Das ist mehr, als in einem Glas Bier (0,2 Liter, fünf Prozent Alkohol) oder einem Glas Wein (0,1 Liter, elf Prozent Alkohol) mit knapp 9 Gramm Alkohol enthalten ist. Ein Gläschen Schnaps 40 % bringt es nur auf 6 Gramm Alkohol.
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Es gibt unterschiedliche Sorten: |
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Getränke mit Wein oder Bier, bei denen der säuerliche bis bittere Geschmack durch süße Zutaten überdeckt wurde |
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Limonaden, die Alkohol aus vergorenem Fruchtzucker enthalten (mit Erdbeergeschmack beispielsweise) |
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Limonaden, denen destillierter Alkohol (Rum oder Wodka) beigegeben wurde |
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Alcopos sind erfolgreich |
Damit offenbart sich das Erfolgsrezept der Alcopops: - Sie enthalten viel Stoff, der aber nicht zu schmecken ist -
Die Modegetränke sind nicht bitter wie Bier, nicht trocken wie Wein, nicht scharf wie Whiskey. Sie schmecken vielmehr süß und fruchtig und zeigen dennoch den gewünschten Effekt. Sie bauen Hemmungen ab, sie machen lustig - und man kann sich mit ihnen gezielt betrinken. Jugendliche sind heutzutage von klein auf viel mehr auf süßen Geschmack getrimmt, als es früher der Fall war.
Mit Alcopops kann man demnach viel mehr Alkohol in sich hineinschütten, als es mit den üblichen alkoholischen Getränken möglich wäre. Und nicht wenige Jugendliche legen es darauf an. "Das Kampfsaufen hat zugenommen", sagt die Suchtexpertin. Doch auch wer sich nicht voll laufen lässt, ist gefährdet: "Im jugendlichen Alter kann man innerhalb eines halben Jahres zum Alkoholiker werden", erklären Suchtexperten. Viel, viel schneller jedenfalls, als wenn man erst im erwachsenen Alter mit dem Trinken beginnt.
Der Grund ist dass sich der jugendliche Körper noch im Prozess des Wachsens und Reifens befindet. Das Gehirn ist noch sehr lernbegierig. Es registriert die positiven Erfahrungen sehr effektives kennt nun das Rezept, wie sich Gefühle von Trauer oder Einsamkeit schnell überwinden lassen
Alkohol ist ein Zellgift, das schon in kleinen Mengen den sich entwickelnde jugendlichen Körper schädigt. Jugendliche haben ein größeres Risiko für eine Vergiftung durch Alkohol da für den Abbau notwendige Enzyme noch nicht ausreichend gebildet sind.
Je später mit Alkohol begonnen wird, ums besser lautet daher die Faustregel.
In jedem Fall sollte die von Jugendlichen getrunkene Menge deutlich unter der erwachsener Menschen festgelegten Grenze liegen.
Diese beträgt, für Frauen täglich 20 Gramm für Männer 30 Gramm. Um sich nicht so sehr an Alkohol zu gewöhnen, sollte man eine Trinkpause von zwei oder drei Wochen einlegen. Längerer Missbrauch verursacht vor allem Schäden an Leber und Bauchspeicheldrüse. Auch Magengeschwüre oder Herzmuskelleiden sowie die Entstehung bestimmter Krebsarten kann gefördert werden.
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Alcopos sind gefährlich |
Alcopops – eine Gefahr?
Die spezifische Gefahr bei den Alcopops liegt nicht in der Sache selbst, sondern in der Einschätzung der Jugendlichen. Diese sind nämlich des guten Glaubens, Alcopops seien längst nicht so gefährlich wie Bier oder Wein. Ein weiteres großes Problem tritt mit muslimischen Schülern auf, die ja eigentlich keinen Alkohol trinken dürfen denn Sie glauben, diese Getränke enthielten keinen Alkohol und seien erlaubt.
Aber der Alkoholgehalt steht doch für jeden sichtbar auf den Flaschen!
Wenn man will, kann man alles glauben. Und die Aufmachung diese Getränke fordert diesen Irrglauben heraus, denn sie sehen ja bunt und niedlich aus.
Sollten also Alcopops verboten werden?
Das würde vermutlich nicht viel helfen. Das grundsätzliche Problem liegt woanders.
Wer ist besonders gefährdet?
Es gibt die Phase, in der Alkohol für den Sprung in die Erwachsenenwelt benutzt wird. Das sind die "Probierende“, ihr Trinken ist normales Pubertätsverhalten, die Ablösung von den Erwachsenen ist das Ziel.
Die merken, dass ihnen das nicht gut tut, und lassen es bald wieder bleiben. Wahrhaft gefährdet sind jedoch diejenigen, die permanent mit Alkohol Stress abbauen.
Was kann man Eltern raten?
Ein Glaube ist bei Eltern weit verbreitet: Es sei ihnen lieber, wenn ihre Kinder kontrolliert bei ihnen im Wohnzimmer trinken statt heimlich auf der Straße - wenn schon, dann unter Aufsicht. Doch ganz im Gegenteil: Das ist viel gefährlicher als das "rebellisches", verbotenes Trinken. Denn es suggeriert, zu Hause auf dem Sofa Alkohol zu trinken sei eine alltägliche Handlung. Das hat Modellwirkung. Wie gefährlich Alcopops eigentlich sind, können viele Eltern nicht einschätzen.
Und wie können die Lehrer helfen?
Sie sollten sich in Gesprächen - und nicht durch Abfragen - ein Bild von der Lebenssituation der Kinder machen Schüler, die unter Stress stehen, sollten sie gezielt ansprechen.
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