StartseiteIllegale DrogenKokain & Crack

Herkunft
Natürliche Droge, gewonnen aus den Blättern des Coca-Strauches (Südamerika – Kolumbien, Bolivien, Peru). Im Ursprungsgebiet werden die Blätter als Leistungsstimuli gekaut (Cocaismus) oder als Tee aufgebrüht (Maté de Coca) sowie die aus den Blättern erhaltene Coca-Paste (paste, basuco, sulphate cocaine) zusammen mit Tabak geraucht (pitillos).
Crack, in Deutschland anfangs der 90er Jahre noch Außenseiter auf der Szene, ist zunehmend im Vormarsch: Wurden noch 1990 nur 2,3 Gramm sichergestellt, so waren es z. B. 1996 schon 5,3 Kilogramm. Schwerpunkte sind die Großräume Hamburg, Frankfurt/M. und Hannover. Wegen Gefährlichkeit und zunehmender Verbreitung im Jahr 2000 (7 kg, 1628 Fälle) Auftrag zur Erstellung einer Crack-Studie durch die Bundesregierung. Seit 2005 werden fast konstant jährlich um die 5 kg sichergestellt. Der Name wird abgeleitet vom knisternden Geräusch der Kristalle beim Erhitzen (Rauchen) bzw. vom z. T. mörtelähnlichen Aussehen des mit der primitiven Backofen-Variante hergestellten Stoffes.

Wirkstoff
Der Ester Methylbenzoylecgonin, als Base in der Pflanze und im Crack; auf der Szene überwiegt noch das wasserlösliche Salz, vorwiegend das Hydrochlorid.

Szeneformen
Cocain-Hydrochlorid: Üblicherweise als Cocain (C, Koks, Schnee, Charly) bezeichnet. Weiße, im Licht glänzende feinkristalline Substanz, z. T. auch große harte Kristalle (rock cocaine), gut wasser- und alkohollöslich. Auf Schleimhäuten und Wunden betäubend wirkend (Lokalanästhesie, Zungen- oder Gaumentest). Die Straßendroge ist gestreckt (Milchzucker, synthetische. Lokalanästhetika u.a.) auf durchschnittlich 25 – 30 % Gehalt.
Crack: Chemisch die Cocain-Base und damit eigentlich die natürlich vorkommende Form. Von Konsumenten aus den Salzen, meist dem Hydrochlorid, selbst hergestellt durch Umsetzung mit alkalischen und dadurch meist verunreinigt vorliegend. Abhängig von der Art der Herstellung wird Crack auch als “free base” bezeichnet. Auch rauchbar ist Bazooka, aus der Coca-Paste gewonnenes Produkt (z. T. mit Mangan-Salzen verunreinigt, giftig!), dosisabhängig irreversible Vergiftung, Symptomatik vergleichbar Parkinson!

Anwendung
Szene-Cocain: Überwiegend als Schnupfdroge über die Nasenschleimhäute (Snuffing, Snorting, eine Linie einziehen) sowie im geringeren Umfang mittels Injektion (sc., im., iv., chronische Konsumenten). Aber auch einfach durch Trinken in alkoholischer Lösung (Spirituosen, "Coca-Ethyl") als flüssiges C oder Einreiben angefeuchteter Schleimhäute/Haut (Genital- und/oder After, Brustwarzenbereich).
Crack: Meist geraucht, d.h. das Crack wird in pfeifenähnlichen Gefäßen erhitzt und die Dämpfe inhaliert (basing, free basing = die freie Base rauchen), z. T. bei speziellen Treffen (Crack-House).

Rauschdosen
Je nach Applikationsart und Abhängigkeitsgrad zwischen 20 und 200 mg; Eine Konsumeinheit = 10 mg (Base). Bei chronisch Abhängigen sind Gesamttagesdosen zwischen 10 – 30 Gramm (!) möglich, besonders bei Crack-Usern. Crack flutet schnell im ZNS an, klingt aber auch schnell wieder ab, so dass sich rasch der Wunsch nach erneuter Einnahme einstellt.

Abhängigkeit und Toleranz
Bereits nach kurzzeitigem Missbrauch Ausbildung einer sehr starken psychischen Abhängigkeit. Toleranzausbildung neuerdings widersprüchlich diskutiert (im Tierversuch für körperliche Wirkungen bejaht); die ausgeprägte Tendenz zur Dosissteigerung ist unbestritten.

Wirkungsprofil
Abhängigkeit vom Cocain-Typ nach ICD-11 (WHO) und DSM-IV (USA). Stimulierende, leistungssteigernde Grundwirkung (Managerdroge, voll da sein) mit Negierung von Hunger-, Durst- und Schlafbedürfnis, aber sexuelle Stimulation (Bordelldroge). Gefahr des Auspowerns mit totalem körperlichem Zusammenbruch.
Chronische Konsumenten sind stark abgemagert (kachektische Typen). Insbesondere Crack-Konsum führt in der Schwangerschaft zu schweren Folgeschäden beim Embryo (Crack-Säuglinge, Problem besonders in den USA).

3-stufiger Rausch
(1) Ausgeprägte Euphorie mit Erhöhung der Kontakt-, aber Abnahme der Kritik- und Urteilsfähigkeit; Lösung von Angst und Hemmungen.
(2) Illusionäre und halluzinative Erlebnisveränderungen (optisch, akustisch, Hautgefühl /taktil/ “der Cocain-Käfer kommt”). Negative paranoid gefärbte Erlebnisbeziehungen zur Umwelt mit z. T. ausgeprägt aggressiven Reaktionen.
(3) Depressives Stadium (post coke blues) mit Niedergeschlagenheit und Antriebsschwäche, ausgeprägte psychische und physische Erschöpfung, Schuldgefühle, Suicidgedanken.

Gefahren bei chronischem Missbrauch:
Ausbildung einer Cocainpsychose, toxische und soziale Verwahrlosung, Perforation der Nasenscheidewand (bei nasaler Anwendung) und meist tödlich verlaufende Überdosierungen bei Injektion oder free-basing von Crack (Krämpfe, Atemlähmung, Herzstillstand).

Erkennung (unspezifisch, Bestätigung mit Laboranalyse)
Patient: erweiterte Pupillen, rotes Gesicht, Blutdruck und Temperatur erhöht, Schweißausbrüche, Herzjagen.
sensorisch: Betäubung an Zunge oder Gaumen (Lokalanästhesie);
Schnelltest: Blaufärbung mit SCOTT-Testlösung (als Kit im Handel); Stoff/Urin/Schweiß/Nasensekret: • diverse immunchemische Verfahren, • tragbare IMS-Geräte (Ionenmobilitätsspektrometrie), Ja/Nein-Aussagen in ca. 1 – 2 Minuten.

Kokainhydrochlorid



Kokabkätter



Spot-Test



Crack "Steine, Stones"



SCOTT-Reagenz



Strukturformel Kokain