Die Veranstaltung unseres Vereins am 02.04.03 im Polizeipräsidium Heidelberg war ein voller Erfolg
Über 50 Polizisten, Richter, Staatsanwälte und Mitarbeiter von Drogenberatungsstellen haben auf die gemeinsame Einladung von Polizei und Verein Kampf der Droge e.V. hin an unserer Informationsveranstaltung zum Thema: Biogene und synthetische Drogen teilgenommen.
Bei allen Beteiligten hat diese Form des Informationsangebotes Zuspruch gefunden und wird uns veranlassen weitere Veranstaltungen dieser Art ins Auge zu fassen.
Das große Interesse an diesem Themengebiet lässt sich auch am Besuch der Medien (Rundfunk und Presse) ablesen.
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Jugendliche wollten Autos füttern
Heidelberg."No panic, it's botanic" lautet das Schlagwort, mit dem Hanfläden und einschlägige Internetseiten seit geraumer Zeit ihre angeblich unschädlichen Drogen feil bieten. Viele junge Käufer lassen sich von dem Werbespruch aufs Glatteis führen, der ihnen vorgaukelt, dass die natürlichen Substanzen ganz und gar unschädlich sind. Und so wandern Pilze, Kräuter und Tees über den Ladentisch, die alles andere als harmlos sind und schwerwiegende Gesundheitsschäden auslösen können. Kriminalhauptkommissar Johann Jelen von der Heidelberger Polizeidirektion kann ein Lied davon singen und hat in einer Schulung 50 Richter und Staatsanwälte über die Substanzen und ihre Folgen aufgeklärt.
Die Liste der Pflanzen und Stoffe, die als "biogene Drogen" bezeichnet werden, ist lang. Alraunwurzel, Damiana-Blätter, Indianer-Tabakblätter oder Sassafras-Holz dürften den meisten unbekannt sein. Andere Stoffe wurden vor kurzer Zeit noch rezeptfrei in Apotheken verkauft: Kava-Kava zum Beispiel galt lange als Stimmungsaufheller und Alternative zu Johanniskraut. Jetzt ist seine leberschädigende Wirkung bekannt und auch, dass die Pflanze in hoher Dosierung als Rauschmittel taugt. Lang ist auch die Liste von unerfreulichen Nebenwirkungen, die Jelen schon registrieren musste: Panik-Attacken, Psychosen oder Halluzinationen haben in den vergangenen Jahren einige Konsumenten in die Psychiatrie gebracht. Jugendliche liefen auf der Straße herum, streichelten vorbeifahrende Autos oder wollten sie füttern. Andere sahen Ufos, große Skorpione und Würmer. Bei allen endete der erwünschte Rausch im Horrortrip.
Dealer, die ihre kriminellen Handlungen kaschieren wollen, haben viele Tricks: Da wird ein "Duftkissen Mexiko" feil geboten mit dem Hinweis, es sei "gesetzlich verboten, das Duftkissen zu öffnen und den Inhalt zu verzehren." Der ist nichts anderes als ein Pilz, der unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Ein Geschäft in der Heidelberger Altstadt, das inzwischen geschlossen wurde, bot "Stechapfel-Tee" an. Für nur fünf Euro wurde die brisante Mischung verkauft, die beispielsweise bei Schülern aus Ettlingen verheerende Wirkungen hatte: Zu Wahnvorstellungen gesellten sich hier Verwirrung, Tobsucht, Lachkrämpfe und Halluzinationen. Mehrere Prozesse gegen Geschäfte wurden allein in Heidelberg geführt. Angeklagt wurden die Betreiber wegen des Verstoßes gegen das Arznei- und das Betäubungsmittelgesetz. Als Urteil wurden Freiheitsstrafen ausgesprochen.
© Mannheimer Morgen - 04.04.2003
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